Sprache:

Montessori Methode

Die auf der Montessori-Pädagogik basierende Erziehung geht davon aus, dass es nur der Mensch selbst sein kann, der sich erzieht. Wahre Erziehung und Entwicklung kann nicht von Aussen herangetragen werden, sie findet im Individuum selbst statt und wird von sogenannten sensiblen Perioden (Phasen, in denen der Mensch etwas mit Leichtigkeit aufnimmt) gesteuert. Um eine optimale Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten zu gewährleisten, ist es entscheidend, eine Umgebung zu gestalten, die den inneren Bedürfnissen des Kindes entspricht.

Im Kindergarten, für Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren, findet ein Alltag in der vorbereiteten Umgebung mit folgenden Schwerpunkten statt:

  • Lernen, indem man es tut (vom Greifen zum Begreifen)
  • Individuelles Lerntempo
  • Förderung von sozialer und emotionaler Kompetenz
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Selbständigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Geduld und Ausdauer
  • Gesundes Selbstbewusstsein
  • Organisation einer Arbeit
  • Geschicklichkeit

Jedes einzelne Kind soll seine Eigenheiten bewahren können, indem es durch selbständige Arbeit seine individuellen Bedürfnisse befriedigt. Sein Selbstvertrauen stärkt sich, seine Persönlichkeit wächst und dadurch auch die Freude am Mitmenschen und die Fähigkeit zur Gemeinschaft.
Gemeinschaft kann nur dort entstehen, wo Verschiedenheit akzeptiert wird. In der Montessori-Pädagogik wird auf die Verschiedenheit der Kinder Rücksicht genommen!

Das Material hat seinen festen Platz und ist für das Kind leicht zugänglich. Die klare Anordnung der Lernmaterialien hilft dem Kind einerseits, sich in seiner Umgebung richtig zu orientieren, andererseits lernt das Kind durch die äussere Ordnung, eine eigene innere Ordnung zu finden. Während des Unterrichts bewegt sich das Kind frei. So wird der natürliche Bewegungsdrang des Kindes nicht unterdrückt. Das Kind holt sich das von ihm gewünschte Lern- oder Spielmaterial und bringt dieses später auch selbständig wieder zurück.

Durch den starken Aufforderungscharakter des Lernmaterials findet das Kind Interesse an den zu vermittelnden Lerngebieten. Es entwickelt Freude und Behutsamkeit beim Umgang mit dem Material. Die Lehrperson drängt sich im Allgemeinen nicht auf, sie bleibt lediglich Beobachter und hilft gezielt, wo dies notwendig ist. Beim Umgang mit unbekanntem Lernmaterial wird das Kind eingeführt, ansonsten arbeitet es selbständig.